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Zwei Einsatztage der Sanität Basel PDF Drucken E-Mail

Und wieder braust ein Rettungswagen der Rettung Basel - Stadt mit Blaulicht und Sirene zu einem Einsatzort. Passanten bleiben stehen oder machen mit ihrem Fahrzeug Platz für die Ambulanz. Ein mancher denkt insgeheim – fürchterlich dieser Lärm! - …es wird wohl nicht so schlimm sein oder hoffe ich doch zumindest. Doch an 2 Tagen vergangener Woche (5. & 6.Mai) zählt jede Sekunde und die Sanität BS konnte erfreulicherweise auf die entscheidende Mithilfe couragierter Passanten zählen. Innerhalb 48h mussten gleich 4 Menschen wiederbelebt werden. Als erstes bricht ein älterer Herr am Bahnhof mit Kreislaufstillsatnd zusammen. Über Mittag wird die Sanität zu einer weiteren Patientin nach Hause gerufen, die zusammen gesackt sei. Fast zeitgleich mit dem Eintreffen der Ambulanz, hört ihr Herz auf zu schlagen und es kommt zu einem Kammerflimmern. Durch sofortiges Erkennen der dramatischen Situationen und Einleiten der entsprechenden lebensrettenden Sofortmassnahmen (am Bahnhofeinsatz durch Passanten und Sicherheitsleute der SBB -siehe nachfolgender Einsatzbericht), können die fast verstorbenen rechtzeitig und schlussendlich erfolgreich wiederbelebt werden.

Am darauffolgenden Morgen geht unter vielen anderen Einsätzen folgende Notfallmeldung ein: „Sturz mit Töffli ev. Selbstunfall“. Die Diagnose ist für die Rettungssanitäter von weitem schon klar – Herzstillstand auf der Strasse! – und wieder sind lobenswerte Laienhelfer und eine Pflegefachfrau bereits am reanimieren, so dass auch dieser Herr mit Spontankreislauf in die Notfallaufnahme gebracht werden kann. Eine Stunde später sackt im Tram in Birsfelden, ein Herr zusammen und wieder beginnen analog zum Bahnhofeinsatz „Zivilisten“ mit Herzdruckmassage den Kollabierten wiederzubeleben. Es folgt ein Betriebsunterbruch der BVB, 4 Tramzüge bleiben für ca. 1h blockiert, bis der Notfallpatient im Rettungswagen mit einem stabilen Kreislauf in die Uniklinik transportiert werden kann.

 

Fazit: Diese vier, meist tödlich endenden Notfälle zeigen auf, wie wirksam einem Menschen mit Herzkreislaufstillstand geholfen werden kann, wenn die Rettungskette optimal funktioniert, eine gute Herz Lungen – Wiederbelebung (CPR) durch Laien erfolgt und der schnelle Einsatz des AED (Automatisch Externen Defibrillators) gewährleistet ist. Es ist darum entscheidend, dass Reanimationskenntnisse unter der Bevölkerung zunehmend fest verankert sind. Dieses Wissen soll regelmässig geübt werden, damit im Ernstfall ohne Scheu schnell reagiert werden kann. An wichtigen öffentlichen Standorten wie Bahnhöfen, Flugplätzen oder der Messe sind AED`s platziert und sollen für entsprechende Ereignisse auch von „Laien“ eingesetzt werden können. Dies fällt den Ersthelfern sicher leichter und wird effizienter durchgeführt, wenn vorgängig ein Herz-Lungen-Wiederbelebungskurs besucht oder Kenntnisse aus einem früheren Kurs aufgefrischt wurden.

In der Region Basel bietet der Verein LifeSupport, Plattform für BLS & AED in der Nordwestschweiz, zertifizierte CPR-Kurse für Laien und Professionals an. http://www.lifesupport.ch

An dieser Stelle allen Helfern, die sich in welcher Form auch immer an diesen optimal funktionierenden Reanimationen beteiligt haben, ein recht herzliches Dankeschön.

Nachfolgend: Einsatzbericht des Ersten von vier Herzstillständen

Herz - Kreislaufstillstand  am Bahnhof Basel SBB


Am Mittwoch den 5.Mai 2010 um 10:05 Uhr ging bei der Sanitätsnotrufzentrale (SNZ) Basel-Stadt der folgende Notruf ein:

Mann am Eingang beim Bahnhof SBB Basel zusammengebrochen und es geht ihm nicht gut!

Ein RTW der Sanität Basel rückte darauf mit zwei Rettungssanitätern HF um 10:06 Uhr mit Sondersignal aus. Unterwegs zusätzliche Info durch die SNZ, dass vor Ort bereits Laien-Reanimation läuft!
Bei Eintreffen Sanität um 10:09 wurde eine CPR (Cardio Pulmonale Reanimation) d.h. Beatmung und Herzmassage von zwei Passanten durchgeführt. Auch der AED ( Automatisch Externer Defibrillator) welcher sich im Bahnhofgebäude ca. 10 Meter vom Ereignisort entfernt befand, war schon eingesetzt und bereits wurde einmal ein Schock abgegeben.
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AED Standort Bahnhof SBB Basel

Es zeigte sich sehr schnell, dass der Patient frühzeitig und sehr suffizient von den Ersthelfern vor Ort, wie berichtet zwei Männern einer Feuerwehr und Securitrans Angehörigen, reanimiert wurde.
Der Notarzt (Anästhesist) vom Unispital Basel, welcher Nachtdienst hatte, befand sich mit dem Velo auf dem Nachhauseweg und kam zufällig „in Zivil“ an den Einsatz dazu. Er bot sofort seine Hilfe an,  konnte den Patienten schnell und professionell intubieren und somit die Atemwege sichern und die weitere Beatmung optimieren. Zwischenzeitlich wurde 2 weitere Male ein Schock abgegeben. Als die zusätzlich alarmierte Notärztin wenig später aus dem Unispital Basel eintraf, hatte der Patient bereits wieder einen eigenen Kreislauf und konnte ohne weitere Probleme um 10:29 Uhr ins Unispital transportiert werden. Bereits zwei Tage später war er so stabil, dass man die Intensivbehandlung beenden und ihn in sein Heimatspital verlegen konnte.

Basel, 8.5.10  Daniel Fringeli, Rettungssanitäter Sanität Basel
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 17. Juni 2010 )
 
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